Umbau der Wagenfeldstraße in Drensteinfurt: Zwischen Modernisierung und Bürgerbeteiligung – Drensteinfurt.peus.info
Umbau der Wagenfeldstraße in Drensteinfurt: Zwischen Modernisierung und Bürgerbeteiligung
11.08.2025
Drensteinfurt. In Drensteinfurt steht ein umstrittenes Projekt im Fokus: der geplante Umbau der Wagenfeldstraße, die als zentrale Einkaufsachse zusammen mit dem Marktplatz das Herz der Innenstadt bildet. Die Stadtverwaltung teilt mit, dass die Straße derzeit noch Merkmale der 1970er-Jahre aufweist, die aus heutiger Sicht nicht mehr passend erscheinen. Aus diesem Grund hat das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) von 2015 Handlungsbedarf identifiziert, um ein einheitliches Innenstadtbild mit hoher Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit zu schaffen.
Die Planungen basieren auf einem mehrstufigen Prozess, in dem aktuelle Bedingungen, Bedürfnisse und Vorgaben erarbeitet wurden. Bürgerinnen und Bürger wurden intensiv einbezogen, wie die Stadt betont. Das Ergebnis ist ein Umbauplan, über den die Bevölkerung in einem Ratsbürgerentscheid abstimmen kann – parallel zur Kommunalwahl am 14. September 2025. Die Fragestellung lautet, ob die Neugestaltung mit barrierefreiem Ausbau, mehr Grünflächen, Aufenthaltsbereichen und 19 Stellplätzen befürwortet wird.
Der Umbau würde den Abschnitt von der Mühlenstraße bis zur Wagenfeld-Apotheke umfassen, inklusive Einmündungen in die Kurze Straße und Martinstraße. Die Stadt plant, Gehwege zwischen 1,5 und 3 Metern breit zu gestalten, die Fahrbahn auf etwa 3,5 Meter zu verengen und Parkplätze auf 2 Meter Breite zu markieren. Ein zentrales Ziel sei die Barrierefreiheit, ergänzt durch taktile Leitsysteme und einen Behindertenparkplatz. Grünflächen und Baumbestände sollen größtenteils erhalten bleiben, wobei die großen Platanen besonders geschützt werden und neue Baumscheiben hinzukommen.
Trotz dieser Ziele gibt es Bedenken unter den Bürgern, insbesondere hinsichtlich des Verlusts von Parkplätzen. Aktuell bietet die Straße unsortiert Platz für 20 bis 25 Fahrzeuge, nach dem Umbau wären es 19 markierte Stellplätze, darunter bis zu zwei für E-Ladestationen. Eigene Beobachtungen zeigen jedoch, dass Parkmöglichkeiten in der Praxis weiterhin ausreichen könnten. Zudem fanden die als Test installierten "Stadtterrassen" kaum Nutzung, was die Stadtverwaltung als Hinweis auf veränderte Bedürfnisse interpretiert.
Die Verkehrsführung bliebe als Einbahnstraße vom Westwall Richtung Marktplatz erhalten, mit einem leichten Schwenk für eine barrierefreie Querung. Der Junggesellenbrunnen würde in Abstimmung mit dem Verein zurückgebaut, seine Steine aber als Skulpturen neu angeordnet. Ob Kanal- und Versorgungsleitungen saniert werden, ist noch offen.
Finanziell beläuft sich der Umbau auf rund 1,14 Millionen Euro, wobei Fördergelder von 304.000 Euro und Rückerstattungen von Anliegerbeiträgen in Höhe von etwa 827.000 Euro den Eigenanteil der Stadt auf 203.171 Euro senken. Eine Erweiterung bis zur Mühlenstraße würde weitere 70.000 Euro kosten. Die Baumaßnahme würde etwa 12 Monate dauern, doch Geschäfte und Wohnungen blieben erreichbar, wenn auch teilweise nur zu Fuß.
Der Ratsbürgerentscheid, initiiert durch einen einstimmigen Ratsbeschluss im September 2024, ist bindend bei mindestens 20 Prozent Beteiligung. Die Stadt appelliert an die Bürger, sich zu informieren und abzustimmen, um die Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten. Fragen können unter wagenfeldstrasse@drensteinfurt.de gestellt werden.